
Polarstern – in dieser Aufnahme vom 14.7.2026 kann man die Auflösung in zwei Sterne nicht erkennen.
Das Teleskop ist aufgebaut; der Tubus mit den Gewichten austariert. Jetzt muss die parallaktische Montierung nur noch nach Norden ausgerichtet werden. Wie heißt das so schön: Man ‚nordet‘ das Teleskop ein. Das dazu kann man einen Kompass oder eine App auf dem Smartphone benutzen. Oder wenn es schon dunkel genug ist, richtet man den Sucher des Teleskops auf den Polarstern aus. Für eine visuelle Beobachtungsnacht reicht das in der Regel schon.
Und dann ist der Nordstern schon wieder vergessen. Eigentlich schade, denn hinter diesen unscheinbaren, mäßig hellen Stern verbergen sich viele kleine, interessante Geheimnisse.
Der Polarstern ist der hellste Stern im Sternbild ‚Kleiner Wagen‘ (HD-Katalog: HD 8890). Deswegen wird das Sternbild auch Ursa Minor genannt. Im Sternbild ‚Kleiner Wagen‘ bekommt er daher auch die Bezeichnung Alpha als einer von 7 Sternen verpasst. Er hat in der Welt verschiedene Namen erhalten: Polaris, Stella Polaris, Nordstern, Ankerstern et cetera. Man kann mit ihm den geografischen Norden bestimmen.
Der Polarstern ist circa 430 Lichtjahre von der Erde entfernt. Mit dem bloßen Auge betrachtet ist er ein kleiner Lichtpunkt hoch oben am Firmament. Manchmal hat man Probleme, ihn zu finden. Dann sucht man nach dem Sternbild Großer Wagen, auch großer Bär genannt, und verlängert den hinteren Bereich des Wagenkastens fünf Mal und dann landet man beim Nordstern. Doch in Wirklichkeit handelt sich es sich bei dem Polarstern nicht nur um einen Stern, sondern es sind derer drei Sterne. A, ist der Hauptstern; B, sein kleiner Begleiter und Ab ein dritter Begleiter, der in einen etwas größeren Abstand von A und B um Polaris A und B kreist. A und B sind schon mit einem einfachen Teleskop zu sehen. Schon Wilhelm Herschel hat dies 1780 erkannt und hat A und B in seinem Teleskop getrennt.

(Quelle Wikipedia. Der Polarstern).
Unregelmäßigkeiten in der Bahnbewegung der beiden Himmelskörper deuteten darauf hin, dass da noch ein dritter Begleiter sein musste. Erst mit dem Weltraumteleskop Hubble konnte man den dritten Teilnehmer direkt beobachten. Ab ist so lichtschwach und steht dem Hauptstern so nahe, dass die Wissenschaftler die gesamte Auflösung von Hubble benötigten, um den Stern abzubilden. Es gibt es keine Chance, ihn in einen Amateur-Teleskop zu sehen.
Lange wurde der Hauptstadt A der Klasse der Cepheiden zugeordnet. Bei Cepheiden sind die Schwankungen in der Helligkeit streng periodisch. Wegen dieser Eigenschaft gelten Cepheiden als Standardkerzen zu Bestimmung von Entfernungen im All. Seit 1980 klingen aber diese Schwankungen bei Polaris A ab, sodass sich der Stern nicht mehr für die Messung von Entfernungen im All verwenden lässt.
Beim nächsten Mal, wenn man das Teleskop ‚einnordet‘, sollte man beim Nordstern eine Weile bleiben und versuchen, ob das eigene Teleskop Polaris A und B auflöst. Das könnte eine interessante Beobachtung sein.

Bewegung der Sterne um den Polarstern. Leider war das Teleskop nicht exakt ausgerichtet. Der Polarstern ist der weiße Fleck in der Mitte. Die weißen Striche sind Satelliten, die das Foto passiert haben.
Aufnahme vom 14.7.2026.















