Diese nationale
Besoffenheit, in der sich viele heute hineinsteigern, ist auch keine
Lösung, weil Saufen am Ende keine Lösung ist. Man kann sich
vielleicht eine Zeitlang der Realität verweigern und versuchen eine
Welt, die einst war und nun nicht mehr ist, zu bewahren. Aber die
Realität ist, dass sich die Welt verändert hat und sich nicht
bewahren lässt. Die Brexiteers in UK müssen das nun lernen. Sie
müssen lernen, dass der Austritt aus der EU die Probleme nicht nur
löst, sondern neue schafft.
Nationalisten sind immer gegen etwas.
Sie wollen zerstören, was Jahre dauerte, es aufzubauen. Die EU ist
ein Bauwerk, das Jahrzehnte brauchte, es zu errichten. Doch was man
mit der EU gewonnen hat, wird nicht mehr geschätzt. Nationale
Lösungen können aber internationale Kooperationen nicht ersetzen.
Der technische Fortschritt und die internationale Arbeitsteilung
lassen sich nicht zurückdrehen. Sie sind Realität. Wenn ein
Produkt heute erstellt wird, dann setzen sich ihre Teile aus
Komponenten zusammen, die aus der ganzen Welt kommen. Wer also
Zollgrenzen erhebt und Mauern an den Außengrenzen errichten will,
sperrt nicht nur das aus, was von außen kommt. Denn eine Mauer hat
immer zwei Seiten. Sie sperrt auch das ein, was von innen kommt; sie
sperrt die Menschen ein, die hinter der Mauer leben, und sie sperrt
die Produkte ein, die dahinter produziert wurden. Wer Zölle erhebt,
muss an anderen Grenzen Zölle zahlen.
Don Quichotte kämpfte gegen
Windmühlen, um sein altes Rittertum zu bewahren. Er sah sie nicht
als Windmühlen, sondern als Monster, die seine Welt bedrohten. Doch
sein Rittertum war längst untergegangen. Er wollte die neue Realität
nicht anerkennen und las die alten Bücher über das alte Rittertum
und übersah, dass die Phantasiewelt der Ritter nicht mehr in der
realen Welt existierte. Mir kommt es vor, als ob wieder vielen
Menschen gegen Windmühlen rennen, anstatt die Zukunft zu gestalten.